From Far Away
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daily life lyric

satisfaction

Zu meiner Verteidigung möchte ich hervorbringen, dass ich einen ziemlich stressigen Tag hatte und durch die Anspannung der letzten Tage schon ziemlich ausgelaugt war.

Ich bin dann trotzdem zu meiner Mutter gefahren, hab ja auch immer unterschwellig das Gefühl es wird von mir erwartet, wenn ich schon sonst nicht viel zu tun hab, kann ich ja wenigstens die eine oder andere frohe Botschaft ins Elternhaus bringen oder meine Frau Mutter bespaßen..

Irgendwie entwickelte sich das Gespräch aber ziemlich schräg. Da wurden hier und da Situationen aus der Vergangenheit rausgekramt, Weggabelungen quasi. Und unterschwellig wurden mir meine angeblichen Entscheidungen unter die Nase gerieben, frei nach dem Motto, schau hast du doch alles selbst gewählt, nun sei doch bitte schön auch glücklich und froh. Nur das MEIN Erinnerungsmosaik noch andere Steinchen enthielten. Und dass besagte Entscheidungen keineswegs so selbstbestimmt waren.

Als Resume ließ meine Mutter dann den weisen Satz verlauten ließ, wir hätten das in der Vergangenheit alles (gemeinsam) hinbekommen und das würden wir in der jetzigen Situation auch.... 

Ich hab nicht nachgedacht, ich hab direkt im Affekt drauf losgebrüllt, von welchem "wir" denn die ganze Zeit gesprochen würde!? WIR... WIR ... WIR... Es gibt kein "wir". Es gibt doch nur mich! ICH hab das durchzustehen. Ich höre immer wir, aber ICH sei es die da durch geht, ich die die Entscheidungen zu treffen und Dinge zu regeln hat.  

Was meine Mutter auch bejahte, nun es sei wohl so, schließlich sei ich ja erwachsen. Ach ja, auf einmal? Seit wann? Sonst wird doch versucht zu manipulieren, zu schmieren und zu beeinflussen, wo es nur geht. Da darf ich es dann nicht. Aber hey, wenn es um Verantwortung oder Unterstützung geht, kann man natürlich auch die Flucht nach hinten antreten, hm? 

Ich hab schon häufiger Menschen aus Wut angeschrien, aber das kam so impulsiv aus tiefster Seele auf den elterlichen Teppich gekotzt, das hatte eher was von einem Tobsuchtsanfall. Ich hab noch zu Ende geheult, wortlos meine Sachen zusammengepackt und bin gefahren.

Ich war kaum raus, hab das Gaspedal durchgedrückt und verspürte in mir ein Gefühl von Befreiung. Da war plötzlich der Raum zum Atmen, ich spürte den Raum, der mir die letzten Tage so sehr abgeschnürt war, dass ich nicht frei durchatmen konnte. Bitter, aber wahr.

Ich befürchte mein Psychiater wird mich ein weiteres Mal beglückwünschen, wenn er die Story hört. Nur der Familiensegen hängt damit wohl mächtig schief. Und das kurz vor meinem Geburtstag. Das klingt selbstsüchtig, aber so ist es nicht gemeint. Denn das ist vllt der springende Punkt, ich will im Grunde gar nicht mit diesen Menschen feiern. Das macht mich nicht froh, es ist eine Pflichtveranstaltung für alle Beteiligte. Ich hab auch keinen Bock mir an meinem Geburtstag Sprüche von meiner Mutter anzuhören, dass SIE eigentlich Blumen verdient hätte.

Das ist bitter aber wahr, ich habe keine Familie im ursprünglichen Sinne, habe sie nie gehabt. Alle "Zuneigung" die ich dort erfahren haben, hat mehr mit Manipulation als mit Liebe zu tun.

Ich hab das latente Bedürfnis ihr einen großen Strauß Rosen zu kaufen und ihn ihr links und rechts um die Ohren zu schlagen bis die Stacheln ihr das Gesicht zerkratzen. Denn das ist es was ich dort erfahren habe, nach außen hin gut getarnte Hiebe.

  

 

8.2.14 01:24


kind of funny, kind of sad

Tja, das Treffen mit Tom... schön war's ...  vertraut.
Viel geredet haben wir und uns in 3 Stunden auf den aktuellen Stand gebracht, was das Leben des anderen angeht.

Wie er auf meine neue Lebenssituation reagiert hat?
Irgendwie wars ganz leicht. Die erste Frage seinerseits war in ungefähr diese: Und was ist los bei dir, du sagtest es geht dir nicht so gut!? Und dass er nicht ganz zufällig ein baldiges Treffen vorgeschlagen hatte. Nach meiner Zusammenfassung sagte er, dass er mich voll und ganz verstehen kann, da er in der Zeit, in der wir kein Kontakt hatten ebenfalls Panikattacken kennengelernt hat, sie aber auch besiegen konnte.

Da war das Eis gebrochen und wir konnten offen reden und wußten der andere versteht, wovon man spricht. Wer hätte das gedacht? 

Damit hat beiden der Austausch sehr gut getan. Aber was draus wird.. hmmm.. schwierig.. und mit Vorsicht zu genießen. Es ist in den 14 Jahren in denen wir uns kennen viel zwischen uns passiert und haben jede Form und wahrscheinlich auch jedes Gefühl von zwischenmenschlichen Kontakt miteinander ausgelebt. Es gibt schöne Erinnerungen, aber auch weniger schöne. Momentan ist da Freude über das Wiedersehen und Vertrautheit. An mehr mag ich nicht denken, mehr macht mir Angst.
 

And I find it kind of funny, I find it kind of sad...

When people run in circles
it's a very, very mad world...

7.2.14 00:25


Muckefuck

Ich hasse es mit Angstgefühlen aufzuwachen, wenn einem die Angst schon im Nacken sitzt bevor man überhaupt den ersten "Kaffee" getrunken hat. Richtigen Kaffee gibt's schon lange nicht mehr, stattdessen gibt es koffeinfreien Malzkaffee. "Muckefuck" hat man das früher genannt. Nach dem reinen Klanglaut wäre Muckefuck aber auch eine ganz passable Bezeichnung meiner allgemeinen Verfassung. Naja jedenfalls gibt es kastrierten Kaffee, damit meine Endorphine nicht noch mehr Pingpong spielen und ich nicht mit noch mehr Angstattacken gesegnet bin. Bringt aber irgendwie nix, wenn mich meine Umwelt regelmäßig wie ein kleines Äffchen auf die Palme treibt.

Momentan beschäftige ich mich damit die Gutachten heranzuschaffen die ich für meinen Reha-Antrag benötige. Dafür habe ich jetzt noch 2 Wochen Zeit. Halbzeit der ursprünglichen 4 Wochen. Nur dass nix passiert ist. Es geht sich im meine Gesundheit um meine berufliche Zukunft, wie schön dass andere da so entspannt sind. Wie schön dass mein Körper das Procedere mit weiteren Angstattacken und Depressionen quittiert. Das bekommt nur keiner mit, nur ich. ICH muss das aushalten. Für die anderen bin ich nur irgendwie ziemlich unentspannt bis schwierig. Öhm... kommt doch einfach mal in meine Situation, mal schaun wie grundentspannt ihr noch seid. Da bekomm ich echt Hass.

Heute Abend treff ich mich mit Thomas. Hab ihn ewig nicht mehr gesehen. Irgendwie tut es mir gut, die Begegnung mit jemandem Altvertrauten, den ich viel länger kenne als meine Angstattacken. Ich hoffe darauf mich vielleicht an die Person erinnern zu können, die ich früher einmal war, vor alledem. Aber es ist mir auch etwas Unwohl. Er weiß nicht was in der Zeit alles in meinem Leben passiert ist, dass ich zu dem hier geworden bin. Ob er damit umgehen kann?
Aber irgendwas muss passieren. Ich brauche Kraft und Zuversicht, sonst dreh ich durch. Kann nicht einmal wer mich auffangen, mir die Unterstützung geben, die ich benötige?

So, Therapie ruft....  

 

 

6.2.14 12:56


Angst frisst Seele

Ich bin grad ziemlich unglücklich in meiner Welt. Ich produziere abartige Ängste und weiß kaum wie ich Ihnen entgegentreten soll

Gestern musste ich wegen Zahnschmerzen zum Zahnarzt. Ich hatte solche Angst vor einer drohenden Wurzelbehandlung, dass ich mich hab begleiten lassen, mich vorher mit ner großzügigen Portion Baldrian abgefüllt habe und zusätzlich ein starkes Beruhigungsmittel mitgenommen habe - in case of.
Am Ende wollte mein Doc nicht viel machen. Der Zahn der mich immer mal wieder nervt wird zu einem späteren Zeitpunkt eine Wurzelbehandlung bekommen, wenn die Probleme akuter werden. Hoffentlich bin ich dann schon so schmerzgeplagt, dass der Wunsch den Schmerz loszuwerden größer ist als meine Angst.

Ja aber, wenn es nur das wäre. Es geht sich gar nicht um die Angst vor dem Zahnarzt. Ich bin momentan derart angespannt, dass kleine Auslöser ausreichen um Angstattacken auszulösen. Immer wieder gern genommen Thema Autofahren. Es kotzt mich so an. Am schlimmsten ist, dass sich keine Desensibilisierung einstellt. Ich zwing mich durch Angstsituationen, bin nachher fertig mit meiner kleinen Welt und frage mich immer mehr wozu eigentlich? Das ganze hat was arg masochistisches an sich. 

Im Grunde kann ich nur auf den blöden Reha-Antrag hoffen. Meine Sachbearbeiterin ist auch nicht wirklich kommunikativ. Ich möchte da einfach mal meinen ganzen Frust und Wut entladen. Ich mag nicht mehr aushalten. Ich bin müde!

 

 

 

5.2.14 19:50


Nach dem Wahnsinn = vor dem Wahnsinn

Manchmal trifft man unbewusst die richtigen Entscheidungen. In meinen Fall hat das eher was von ein kurzsichtiges Huhn trifft bei konstanten Pickversuchen irgendwann mal auf ein Körnchen ... oder legt einen Weblog an.

Tage lang bin ich mit einem mulmigen Gefühl um den Briefkasten herumgeschlichen, wohl wissend dass in nicht allzu ferner Zukunft ein Bescheid über den von mir gestellten Reha-Antrag auf mich wartet. Irgendwie versucht man mit der Ungewissheit zu leben, auch mit den Ängsten, die auf einen lauern, lähmen und immer wieder attackieren. In dieser bis zum Zerreißen drohenden Angespanntheit ist man bereits damit bestens ausgelastet irgendwie weiterzuatmen. Das klingt lächerlich, aber wer unter Angst- und Panikzuständen leidet, weiß wie groß die Herausforderung des Weiteratmens werden kann. Für einen gesunden Menschen erscheint Atmen die einfachste, automatisierteste und selbstverständlichste Sache der Welt. Es funktioniert einfach, man tut es einfach, man denkt nicht drüber nach. Haben einen aber Angst und Panik einmal im Klammergriff, bedeutet Atmen soviel wie Luft holen unter Wasser. Mit jedem Atemzug wird Wasser in die Lungen gesogen, der Sauerstoff wird immer knapper, die Atemzüge unkontrollierter und hektischer. Der Brustkorb wird wie durch einen eiserenen Gürtel zusammengequetscht, den benötigten Sauerstoff bekommt man nicht. Atmen wird zum Kampf. So ist das bei uns.

Ich hatte eine weitere Woche mit massiven Ängsten zugebracht, wertlose, ungelebte Zeit bis ich mich an die Wasseroberfläche zurück gekämpft hatte um zumindest halbwegs wieder durchatmen, dem "Alltag" halbwegs wieder begegnen zu können. (Und selbst das ist eher der Versuch einen Berg mit angezogener Handbremse hinaufzufahren. Aber wie gesagt wer regelmäßig damit beschäftigt ist nicht zu ertrinken, für den sind Phasen in denen man einen Berg hochschneckt eine willkommene Abwechslung und durchaus als Verbesserung der "Lebensqualität" zu beurteilen)

Es ist eine alte Binsenweisheit, dass schlechte Nachrichten  einen für gewöhnlich genau dann erreichen, wenn man am wenigsten damit rechnet; gestern zum Beispiel. Es war ein herrlich klarer Wintertag. Der Himmel zeigte sich knallblau und die Sonne lachte. Nach der Angespanntheit der letzten Tage und tiefverhangenen dunklen wolkigen Tagen wirkte der Tag herrlich einladend und vitalisierend. So sehr, dass ich mich für befähigt fühlte, mich aus meinem Schneckenhaus herauszuschälen und sogar die Einladung auf einen Stadtbummel angenommen hatte. Es war ein leichter Tag, ohne Ängste und Sorgen, einfach mal gut sein lassen. Und es war der Tag an dem ich abends den Ablehnungsbescheid aus dem Briefkasten fischte. Und obwohl man weiß, dass diese Option besteht, ist es erst einmal wieder ein kleiner Zusammenstoß mit dem eigenen Schicksal. Also wieder einmal Kraft, Mut und Zuversicht zusammenkehren. Widerspruch vorbereiten. Notwendigkeiten planen. Aber da ist auch unterschwellig die Konfrontation mit der Wut als mittlerweile chronisch kranker Mensch trotz Gutachten und Bescheinigungen, die Anerkennung erstreiten zu müssen, dass massive Beeinträchtigungen vorliegen. Eine Kampfansage mehr, ja so spielt das Leben. Aber ich müde und erschöpft. Im Grunde habe ich genug mit mir selbst zu tun. Hilft aber alles nix, es bleibt bei der alten Erkenntnis:

Nach dem Wahnsinn = vor dem Wahnsinn.

Irgendwas ist ja immer und meist dann, wenn man es eigentlich nicht gebrauchen kann.
 

 

29.1.14 12:33


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